Nachlese

Wir staunten nicht schlecht, als am Frankfurter Messemittwoch das Börsenblatt des deutschen Buchhandels titelte:

„Schwerpunkt Markt und Macht – Wie sich die Kräfteverhältnisse in der Buchbranche verschieben“ (Quelle: BB, Heft 42, 16.10.2019)

Ein mutiger Schritt und ein klares Statement zur rechten Zeit. Die Verlegerin Karin Schmidt-Friedrichs, ab dem 26.10.2019 neue Vorsteherin des Börsenvereins, mahnt die herausragende Stellung der Buchbranche in der Kulturwirtschaft an und kritisiert deutlich einen Konzentrationsprozess, der die Vielfalt bedroht. Das Buchpreisbindungsgesetz allein wird es nicht richten, wenn sich der Markt zugunsten einiger weniger Teilnehmer verschiebt, weil der Konzentrationsprozess im Buchhandel und der Verlagsbranche ungehindert fortschreitet. Die fünf größten Filialisten unterhalten aktuell 562 Buchhandlungen, von denen gut 10% Übernahmen aus den vergangenen zwei Jahren sind. Bei den Verlagen ein ähnliches Bild. Etliche Häuser gingen in den großen Verlagsgruppen auf und existieren allenfalls noch als deren Imprints, darunter so bekannte Marken, wie BLV, Christophorus, Chr. Links, Groh, Kunth und MVG, mit Riva, Finanzbuch, Redline und Lago. Auch der Blick auf die Bestsellermarken spiegelt diese Realität, indem sich gerade einmal 3 Marktteilnehmer 80% der Top-20-Liste teilen, in alphabetischer Reihenfolge: Bonnier, Holtzbrinck und Random House. (Quelle: Buchreport Nr. 42, 16.10.2019)

Dass es so nicht weitergehen kann, wenn der Buchhandel wirtschaftlich erfolgreich bleiben will, versteht sich eigentlich von selbst. Attraktive Sortimente leben von der Vielfalt und Kompetenz ist natürlich mehr als ein Algorithmus. Insofern verstehen wir unsere Aufgabe, als Vertretung unabhängiger Verlage auch als Auftrag, die Vielfalt und Unabhängigkeit der Sortimente zu befördern. Aus Leidenschaft fürs Lesen, für das gedruckte Buch und seine Handelslandschaft.